Vorinformation (PIN)
Eine Vorinformation (englisch Prior Information Notice, PIN) ist eine frühe, freiwillige Ankündigung eines öffentlichen Auftraggebers über eine geplante Beschaffung. Sie macht die Absicht eines künftigen Auftrags bekannt, oft Monate bevor die eigentliche Ausschreibung startet — und gibt Unternehmen damit Vorlauf, sich vorzubereiten.
Was eine Vorinformation aussagt
Mit einer Vorinformation macht ein Auftraggeber seine Absicht für eine geplante Beschaffung bekannt. Sie ist ein Frühindikator: Sie steht am Anfang des Lebenszyklus einer Ausschreibung, noch vor der eigentlichen Auftragsbekanntmachung, und ist in aller Regel freiwillig. Nicht jede Vergabe beginnt mit einer Vorinformation.
In bestimmten Fällen kann eine Vorinformation auch mehr sein als eine bloße Ankündigung. Nach der EU-Vergaberichtlinie dürfen subzentrale Auftraggeber — etwa auf Landes- oder Kommunalebene — eine Vorinformation unter bestimmten Bedingungen als Aufruf zum Wettbewerb nutzen: Sie muss sich konkret auf die Leistung beziehen, interessierte Unternehmen zur Interessenbekundung auffordern und innerhalb eines festgelegten Zeitfensters vor der Aufforderung veröffentlicht worden sein. Im Regelfall bleibt sie aber das, was ihr Name sagt: eine Vorab-Information.
So erscheint sie im Dashboard
In diesem Dashboard erkennen Sie eine Vorinformation an der Phase Planung. Eine Bekanntmachung in der Phase „Planung” ist eine Vorinformation, deren eigentliches Verfahren noch nicht begonnen hat. Solche Bekanntmachungen tragen häufig noch keine Angebotsfrist — das ist normal und kein Fehler: In der Planungsphase steht der konkrete Termin oft noch nicht fest.
Sobald der Auftraggeber das Verfahren tatsächlich startet, folgt eine eigene Auftragsbekanntmachung. Liegt zu einem Verfahren später eine Auftragsbekanntmachung oder ein Zuschlag vor, rückt die Phase entsprechend weiter — die Vorinformation bleibt als früheste Station Teil des Verfahrens.
Warum ist das für Sie wichtig?
Die Vorinformation ist für kleine und mittlere Unternehmen die unterschätzteste Station des Verfahrens. Ihr Wert liegt im Vorlauf:
- Kapazität planen — Sie wissen früh, dass ein Auftrag kommt, und können Personal, Material oder Partner organisieren, bevor die Frist läuft.
- Wettbewerbsvorsprung — wer eine geplante Vergabe schon kennt, geht informierter ins eigentliche Verfahren als jemand, der erst die Auftragsbekanntmachung sieht.
- Markt beobachten — die Phase „Planung” zeigt, was ein Auftraggeber demnächst beschaffen will. Filtern Sie gezielt darauf, um Ihre Pipeline aufzubauen, statt nur auf laufende Ausschreibungen zu reagieren.
Ein praktischer Hinweis: Eine Vorinformation ist noch kein Auftrag, auf den Sie bieten können. Sie ist ein Signal. Die Angebotsabgabe erfolgt erst, wenn die eigentliche Auftragsbekanntmachung erscheint.
Quellen
Stand: Juni 2026